Trichterbrustkorrektur / Trichterbrust-OP
2020-03-03

Experteninterview: Trichterbrust-OP bei deformiertem Brustkorb

Dr. Weihrauch Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie, Handchirurgie Karlsruhe

Infos zum Experten

Dr. med. Marc Weihrauch

Plastischer Chirurg in Karlsruhe

+49 72 198 277 204

info Medizin: Experteninterview
Dr. Marc Weihrauch: Trichterbrustkorrektur

In seiner Praxis in Karlsruhe arbeitet Dr. Marc Weihrauch mit modernsten Behandlungsmethoden und Geräten als Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie sowie Handchirurgie. Sein Schwerpunkt liegt dabei auf der Brustchirurgie. Zu seinen häufigsten Behandlungen zählen die Brustvergrößerung und Brustverkleinerung, sowie die Trichterbrustkorrektur. 

In diesem Interview beantwortet Herr Dr. Weihrauch häufige Fragen zur Trichterbrustkorrektur. Dabei wird unter anderem auf die Risiken, Kosten sowie den Behandlungsablauf dieser Operation eingegangen.

Herr Dr. Weihrauch, Sie haben sich in Ihrer Praxis insbesondere auf die Behandlung der Trichterbrust spezialisiert. Können Sie uns zunächst erklären, was genau man unter einer Trichterbrust versteht?

Unter einer Trichterbrust versteht man eine Deformierung des Brustkorbes. Der Brustkorb ist meist schon von Geburt an eingesunken. Auch wenn mit einer Trichterbrust in der Regel keine körperlichen Beschwerden einhergehen, ist der psychische Leidensdruck der betroffenen Personen häufig immens. Besonders Frauen leiden unter diesem ästhetischen Mangel, da eine Trichterbrust bei ihnen häufig zu asymmetrischen Brüsten führt.

Patienten, die unter dieser Fehlstellung leiden, wünschen sich häufig eine Korrektur. Welche Möglichkeiten bieten Sie Betroffenen in Ihrer Praxis an und wie verläuft eine Trichterbrustkorrektur?

Je nach dem Ausmaß der Deformierung ergeben unterschiedliche Behandlungsmethoden Sinn. Da gibt es zum Einen die konservative Behandlung und zum Anderen den operativen Eingriff. Welche Behandlung im jeweiligen Fall zum bestmöglichen Ergebnis führt, sprechen Sie am besten persönlich mit dem behandelnden Arzt ab. Dieser wird Sie gründlich untersuchen und Ihnen anschließend verschiedene Behandlungskonzepte vorstellen.

Zu meinem Spezialgebiet zählt die Trichterbrustkorrektur mit Implantat. Dafür verwende ich spezielle Silikonimplantate, die ein Leben lang im Körper verbleiben und individuell per 3D-Druck an die Deformation der Brust angepasst werden.

Während der Operation befindet sich der Patient in Vollnarkose und bekommt somit nichts von dem etwa einstündigen Eingriff mit. Zum Einsetzen des Implantates wird nur ein kleiner Hautschnitt vor dem Brustbein benötigt. Bevor der kleine Schnitt dann mit selbstauflösenden Fäden wieder vernäht wird, wird das Implantat tief unter der Brustmuskulatur eingesetzt. Dabei ist insbesondere darauf zu achten, dass das Brustimplantat rutschfest eingebracht wird.

Wie darf man sich die Nachsorge nach einer solchen Operation vorstellen und ab wann sind die Patienten wieder gesellschaftsfähig?

Nach einer Trichterbrustkorrektur sollten die Patienten sich einige Wochen körperlich schonen. Wichtig ist vor allem die Entlastung des Oberkörpers. Hierbei hilft auch eine spezielle Kompressionswäsche, die Ihren Körper in der Schonungsphase unterstützt und mindestens vier Wochen zu tragen ist. Gesellschaftsfähig sind die Patienten im Normalfall bereits nach zwei Tagen.

Auf Sport sollten die Patienten mehrere Monate verzichten. Es ist in der Regel außerdem eine Nacht in der Klinik einzuplanen, in der der Patient rund um die Uhr von unserem Klinikpersonal überwacht werden kann.

Gibt es denn Risiken, über die Sie Patienten vor einer Trichterbrustkorrektur aufklären müssen?

Wie bei jeder OP bestehen auch bei der Trichterbrustkorrektur gewisse Risiken. Dazu zählen beispielsweise Infektionen, Blutergüsse oder Wundheilstörungen. Nach der Behandlung berichten einige meiner Patienten von Sensibilitätsstörungen, die aber nach wenigen Monaten verschwinden.

Selbstverständlich spielt auch die Behandlungsmethode für die Risiken eine entscheidende Rolle. Bei Trichterbrustkorrekturen, bei denen Metallbügel hinter das Brustbein eingebracht werden, besteht zum Beispiel ein höheres OP-Risiko als bei einer konservativen Behandlung.

Zu guter Letzt interessieren wir uns für die Kosten einer Trichterbrustkorrektur. Wo liegen diese und besteht die Möglichkeit, dass die Behandlungskosten von der Krankenkasse übernommen werden?

Grundsätzlich zahlt die Krankenkasse die Diagnostik einer Trichterbrust. Ob die Kosten für die Operation dann auch übernommen werden, hängt von der Größe der Deformierung bzw. der körperlichen Einschränkung durch die Trichterbrust ab. Rein ästhetisch gewünschte Eingriffe werden in der Regel nicht von den Krankenkassen gezahlt. In diesem Fall muss zusätzlich ein psychologisches Gutachten veranlasst werden.

Die Kosten hängen dabei von der verwendeten Behandlungsmethode ab. Bei uns in der Praxis verwenden wir, wie bereits erwähnt, Silikonimplantate. Die Kosten für die Behandlung beginnen dabei bei 6500 €.