Wechseljahresbeschwerden behandeln

Wechseljahre / Klimakterium

Die Wechseljahre treten zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr einer Frau auf. Die Beschwerden sind von Patientin zu Patientin unterschiedlich und reichen von Schweißausbrüchen und Hitzewallungen bis hin zu Schlafstörungen und starkem Juckreiz.

Die wichtigsten Infos auf einen Blick

Wer ist betroffen? Frauen zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr
Symptome u.a. Müdigkeit, Schweißausbrüche und Schlafstörungen
Ursachen hormonelle Veränderungen während der Menospause
Behandlungsmöglichkeiten bewährt hat sich die Hormontherapie, bei leichten Beschwerden helfen auch Hausmittel, wie z.B. Mönchspfeffer, Hopfen oder Baldrian

Was sind die Wechseljahre?

Die Wechseljahre (auch Klimakterium genannt) bezeichnen die Zeitspanne zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr der Frau. Oftmals gehen sie mit Beschwerden wie Schweißausbrüchen, Hitzewallungen oder Schlafstörungen einher. 


 

Die wichtigsten Informationen über die Wechseljahre und bewährte Behandlungsmöglichkeiten

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Um das 45. Lebensjahr setzen bei vielen Frauen die ersten Wechseljahresbeschwerden ein. Hitzewallungen, Schweißausbrüche und Schlafstörungen können darauf hindeuten, dass die Wechseljahre bereits in vollem Gange sind. Die körperlichen und psychischen Symptome der Wechseljahre sind bei vielen Frauen gefürchtet, müssen aber nicht zwangsläufig auftreten. Nur etwa ein Drittel aller Frauen leidet unter ausgeprägten Beschwerden.

Die Wechseljahre sind keine Krankheit und müssen daher grundsätzlich auch nicht behandelt werden. Wenn der Leidensdruck sehr groß ist, lassen sich die Beschwerden jedoch auf verschiedenen Wegen lindern. In schweren Fällen kommt zum Beispiel eine Hormontherapie infrage. Auch die persönliche Lebensweise kann den Verlauf günstig beeinflussen.

Was sind die Wechseljahre?

Menopause FrauDer Begriff Wechseljahre bezeichnet den Übergang von der Geschlechtsreife zu der Zeit, in der keine Schwangerschaft mehr möglich ist. Während dieser Lebensphase stellen die Eierstöcke ihre Aktivität nach und nach ein. Es werden immer weniger Geschlechtshormone produziert, die Regelblutung lässt nach und bleibt irgendwann ganz aus. All diese Veränderungen im Körper der Frau werden durch hormonelle Prozesse gesteuert. Die hormonellen Umstellungen sind auch für die körperlichen und psychischen Symptome verantwortlich, die wir als Wechseljahresbeschwerden wahrnehmen.

In der medizinischen Fachsprache werden die Wechseljahre Klimakterium genannt. Die auftretenden Beschwerden bezeichnen Mediziner als klimakterisches Syndrom. Rund ein Drittel aller Frauen leidet stark unter den Wechseljahresbeschwerden, während die übrigen nur leichte oder gar keine Beschwerden verspüren.

Die Wechseljahre sind ein schleichender Prozess, der sich über viele Jahre hinzieht. Im Durchschnitt treten die ersten Symptome um das 45. Lebensjahr auf. Die Hormonproduktion beginnt zu diesem Zeitpunkt zu sinken. Das durchschnittliche Alter zum Zeitpunkt der letzten Regelblutung (Menopause) liegt bei etwa 51 Jahren. Bis die Wechseljahre endgültig abgeschlossen sind, vergehen nach der Menopause noch einmal etwa 10 - 15 Jahre.

Bei einigen Frauen setzen die Wechseljahre bereits vor dem 40. Lebensjahr ein. In diesem Fall spricht man von vorzeitigen Wechseljahren (Klimakterium präcox). Wenn die Wechseljahre sehr früh auftreten, kann dies genetisch oder durch Krankheiten bedingt sein. Auch medizinische Eingriffe wie die Entfernung der Eierstöcke kommen als Ursache infrage. Grundsätzlich sind der Zeitpunkt und der Verlauf der Wechseljahre aber von Frau zu Frau verschieden, sodass sich der Eintritt in die Wechseljahre nie genau vorhersagen lässt.

Frau Dr. Hempel, welchen Rat haben Sie für Frauen, die bereits ihre Familienplanung abgeschlossen haben? Ist es weiterhin nötig, zu verhüten - oder wird eine Schwangerschaft mit Beginn der Wechseljahre immer unwahrscheinlicher und man muss sich deshalb keine Gedanken mehr über das Thema Verhütung machen?

Vor dem 50. Lebensjahr gilt die allgemeine Empfehlung, nach der letzten Periode noch für weitere 2 Jahre zu verhüten. Nach dem 50. Lebensjahr ist die Verhütung noch für 1 Jahr nach der letzten Blutung notwendig.



 

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In welchen Phasen verlaufen die Wechseljahre typischerweise?

Das Klimakterium umfasst mehrere Phasen, die sich zum Teil überschneiden und fließend ineinander übergehen. Die Einteilung orientiert sich am Zeitpunkt der letzten Regelblutung (Menopause).

Prämenopause: Dieser Begriff bezeichnet die erste Phase der Wechseljahre bis zum Ende der Regelblutung. Die monatlichen Blutungen treten in dieser Zeit oft sehr unregelmäßig auf. Grund dafür ist die nachlassende Produktion des Geschlechtshormons Östrogen. Durch die hormonelle Umstellung können während der Prämenopause bereits die ersten Beschwerden auftreten.

Perimenopause: Unter dem Begriff Perimenopause versteht man einen Zeitraum von etwa 2 Jahren rund um die Menopause. Die Perimenopause ist oft geprägt von verstärkten körperlichen und psychischen Symptomen, da es sich um die Zeit des eigentlichen Wechsels von der Gebärfähigkeit zum Alter handelt.

Menopause: Als Menopause bezeichnet man die letzte von den Eierstöcken gesteuerte Regelblutung. Die Fruchtbarkeit endet mit diesem Zeitpunkt.

Postmenopause: Die Postmenopause umfasst den Zeitraum nach der Menopause bis zum Ende der Wechseljahre. Die körperlichen und psychischen Beschwerden lassen in dieser Zeit langsam nach, da die hormonelle Umstellung weitgehend abgeschlossen ist. Neben den typischen Wechseljahresbeschwerden treten nun vermehrt Probleme wie trockene Schleimhäute, Haarausfall und Gelenkschmerzen auf.

4 Phasen der Wechseljahre und ihre Symptome

  1. 1. Prämenopause

    • ab dem 35. Lebensjahr
    • unregelmäßige Blutungen
    • erste leichte Beschwerden
    • spannende Haut mit leichtem Juckreiz
  2. 2. Perimenopause

    • beginnt 2 Jahre vor der letzten Periodenblutung und endet 2 Jahre danach
    • Schlafstörungen
    • starker Nachtschweiß
    • Hitzewallungen
    • Müdigkeit
    • depressive Verstimmungen
    • zunehmend trockenere Haut und Schleimhäute
    • starker Juckreiz
    • zunehmender Libidoverlust
  3. 3. Menopause

    • ab dem 52. Lebensjahr
    • letzte Periodenblutung
    • Symptome der Perimenopause nehmen stärker zu
  4. 4. Postmenopause

    • ähnliche Beschwerden wie in der Menopause
    • Haarausfall
    • trockene Schleimhäute
    • Gelenkschmerzen

 

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Was sind die Ursachen für die Wechseljahre?

Die Wechseljahre sind eine Zeit starker hormoneller Veränderungen. Die Produktion der weiblichen Geschlechtshormone lässt nach, während die Zeit der Geschlechtsreife ihrem Ende entgegengeht. Vor allem der sinkende Östrogenspiegel hat weitreichende Folgen nicht nur für die Fruchtbarkeit der Frau, sondern auch für viele andere Prozesse des Körpers.

Verantwortlich für die Östrogenproduktion sind in erster Linie die Eierstöcke. Diese enthalten bei der Geburt eine hohe Anzahl an Eibläschen, die sogenannten Follikel. Die Anzahl der Follikel nimmt bereits während der Pubertät stark ab und sinkt danach mit jedem Eisprung. Mit rund 50 Jahren sind schließlich keine eisprungfähigen Follikel mehr vorhanden.

Da die Eibläschen für die Östrogenproduktion verantwortlich sind, sinkt mit zunehmendem Alter auch der Östrogenspiegel. Dies hat zur Folge, dass die östrogengesteuerte Regelblutung irgendwann aufhört. Zugleich werden im Gehirn vermehrt Gonadotropine ausgeschüttet. 

Eine weitere Gruppe an Geschlechtshormonen, deren Produktion während der Wechseljahre nachlässt, sind die sogenannten Gestagene. Bei der fruchtbaren Frau beeinflussen sie die Beschaffenheit der Gebärmutterschleimhaut, sodass sich hier die befruchtete Eizelle einnisten kann.

In ihrem Zusammenspiel beeinflussen die weiblichen Geschlechtshormone zahlreiche körpereigene Vorgänge. So ist es zu erklären, dass die hormonellen Umstellungen während der Wechseljahre unter anderem Einfluss auf den Menstruationszyklus, die Knochendichte und die Beschaffenheit der Schleimhäute hat. Auch im vegetativen Nervensystem kommt es zu Veränderungen und in der Folge zu den typischen Wechseljahresbeschwerden.

Nicht nur Frauen, sondern auch Männer in zunehmendem Alter berichten von Hitzewallungen und Schlafstörungen. Beim weiblichen Geschlecht handelt es sich um die Wechseljahre. Doch wie ist das eigentlich beim Mann? Können auch Männer die Wechseljahre erleben?

Auch die Männer kommen in die Wechseljahre. Hier kommt es zum Abfall des männlichen Hormons, dem Testosteron. Die "Wechseljahre des Mannes" sind allerdings ein Tabuthema. Anzeichen für die männlichen Wechseljahre können Sexualprobleme, Stimmungsschwankungen oder Kraft- und Lustlosigkeit sein. Sie betreffen etwa jeden zehnten Mann mittleren Alters. Viele Männer haben große Scheu davor, diese Beschwerden gegenüber ihrer Partnerin, ihrem Partner oder ihrem Arzt anzusprechen. 


 

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Wie machen sich die Wechseljahre bemerkbar?

Häufig auftretende Symptome in den Wechseljahren

  • Hitzewallungen
  • Schweißausbrüche
  • Nervosität
  • Herzrasen
  • Schwindel
  • Schlafprobleme
  • depressive Verstimmungen
  • Scheidentrockenheit
  • Libidoverlust
  • Zyklusstörungen, wie Zwischen- oder Dauerblutungen
  • Haarausfall
  • Gelenkschmerzen
  • Gewichtszunahme

 

Ob und in welchem Ausmaß sich die Wechseljahre bemerkbar machen, ist von Frau zu Frau unterschiedlich. Typische Symptome sind Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Herzrasen und Schwindel. Einige Frauen leiden unter Schlafproblemen, Nervosität oder depressiven Verstimmungen. Auch die Libido sinkt häufig während der Wechseljahre. Hinzu kommt oft eine Scheidentrockenheit aufgrund der veränderten Schleimhautbeschaffenheit.

In den Jahren vor der Menopause werden die Regelblutungen unregelmäßiger. Sie treten zunächst oft kürzer und stärker auf, werden dann länger und können von Zwischenblutungen begleitet sein. Zu Beginn der Wechseljahre kommt es gelegentlich auch zu einer mehrwöchigen Blutung, der sogenannten klimakterischen Dauerblutung.

Weitere mögliche Beschwerden sind Haarausfall, Gelenkschmerzen oder eine unerwünschte Gewichtszunahme. Da sich die Knochendichte durch die hormonellen Umstellungen verändert, steigt während der Wechseljahre auch das Arthrose- und Osteoporoserisiko.

Kann es zu Folgeerkrankungen kommen?

Die Wechseljahre können bestimmte Folgeerkrankungen begünstigen.

Hierzu zählen unter anderem:

  • Osteoporose
  • Arthrose
  • Bluthochdruck
  • Herzerkrankungen
  • chronische Schmerzen

Die hormonellen Umstellungen während der Wechseljahre beeinflussen zahlreiche körpereigene Vorgänge. So haben etwa Östrogene einen entscheidenden Einfluss auf die Knochenstabilität. Durch den sinkenden Östrogenspiegel treten während des Klimakteriums häufig Folgeerkrankungen wie Osteoporose oder Arthrose auf. Auch das Risiko für Bluthochdruck und Herzerkrankungen steigt. Einige Frauen leiden während und nach den Wechseljahren zudem unter chronischen Schmerzen.

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Wie werden die Wechseljahre diagnostiziert?

Der Beginn der Wechseljahre lässt sich meist leicht diagnostizieren. Typische Anzeichen sind etwa Hitzewallungen, Schweißausbrüche und Zyklusstörungen. Zusätzlich untersucht der Gynäkologe die Geschlechtsorgane und Brüste auf organische Veränderungen.

Ein Bluttest kann ebenfalls Aufschluss darüber geben, ob die Wechseljahre bereits eingesetzt haben. Hierbei ermittelt der Arzt die Konzentration an weiblichen Geschlechtshormonen im Blut. Typischerweise sinkt der Östrogenspiegel, während die Konzentration an follikelstimulierenden Gonadotropinen steigt.

Mit einem Selbsttest können Frauen auch selber einschätzen, ob sie sich bereits in den Wechseljahren befinden. Solche Tests berücksichtigen Faktoren wie Alter, Zyklusveränderungen und typische Wechseljahresbeschwerden. Ein zu Hause durchgeführter Test kann jedoch lediglich Hinweise geben und ersetzt keine ärztliche Diagnose.

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Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? 

Grundsätzlich sind die Wechseljahre keine Krankheit und müssen nicht behandelt werden. Bei ausgeprägten Beschwerden kann eine Therapie mit hormonellen oder natürlichen Wirkstoffen jedoch sinnvoll sein. Pflanzliche Wirkstoffe zielen vor allem darauf ab, leichte Symptome durch eine hormonähnliche Wirkung zu reduzieren. Infrage kommen zum Beispiel Mönchspfeffer, Traubensilberkerze, Baldrian, Hopfen, Melisse oder Passionsblume. Die Wirksamkeit solcher pflanzlichen Wirkstoffe ist jedoch umstritten.

Auch eine gesunde Lebensweise kann Wechseljahresbeschwerden vorbeugen oder ihre Ausprägung reduzieren. Eine ausgewogene Ernährung, viel Bewegung und der Verzicht auf Genussmittel wirken sich positiv auf den Hormonhaushalt und das allgemeine Wohlbefinden aus.

Hausmittel bei Wechseljahresbeschwerden

  • Mönchspfeffer
  • Baldrian
  • Hopfen
  • Melisse
  • Passionsblume

Bei starken Beschwerden hilft oft nur eine Hormontherapie. Die Behandlung zielt darauf ab, den sinkenden Hormonspiegel durch gezielt zugeführte Hormone auszugleichen. In der Regel erfolgt die Hormontherapie mit einer Kombination aus Östrogenen und Gestagenen. Diese werden als Tabletten, Hormonpflaster, Gel oder Nasenspray angewandt. Im Gegensatz zur Kombinationstherapie kommen bei der sogenannten Monotherapie lediglich Östrogene zum Einsatz. Diese Behandlungsform erhöht jedoch das Risiko einer Gebärmutterkörperkrebs-Erkrankung und wird daher nur bei Patientinnen ohne Gebärmutter eingesetzt.

Die Hormontherapie birgt verschiedene Risiken, die immer gegen den Nutzen abzuwägen sind. So kann zum Beispiel das Brustkrebs-, Schlaganfall- oder Herzinfarkt-Risiko steigen. Mittlerweile werden auch sogenannte bioidentische Hormone angeboten. Dabei handelt es sich um synthetisch hergestellte Hormonpräparate, die sich in ihrer molekularen Struktur jedoch nicht von den körpereigenen Hormonen unterscheiden.

Wechseljahresbeschwerden vorbeugen - So geht’s:

  1. auf die Ernährung und einen gesunden Lebensstil achten!
  2. auf den häufigen Konsum von Genussmitteln verzichten!
  3. viel bewegen!

 

Das transdermale Estradiol (z.B. Gynokadin Dosiergel) in Kombination mit natürlichem Progesteron (Utrogest) wird als bioidentische Hormontherapie bezeichnet.

Das Risiko für venöse Thrombosen, möglicherweise auch Schlaganfall wird durch die transdermale Anwendung, anders als bei oraler Applikation, nicht erhöht. Progesteron ist stoffwechselneutral und steigert bei kombinierter HRT über einen Anwendungszeitraum von bis zu 5 Jahren nicht das Brustkrebsrisiko.

Frau Dr. Hempel, was halten Sie von Hormonpräparaten in den Wechseljahren? Wann ist Ihrer Meinung nach eine Hormonersatztherapie wirklich notwendig?

Der Einsatz der Hormontherapie ist immer individuell abzuwägen. Leichte Wechseljahresbeschwerden sind meist mit pflanzlichen bzw. homöopathischen Mitteln gut in den Griff zu bekommen. Auch eine verbesserte Ernährung, ausreichend Bewegung und der Verzicht auch Alkohol und Nikotin kann zu einer deutlichen Linderung der Beschwerden führen. Frauen mit mittleren bis ausgeprägten Wechseljahresbeschwerden profitieren häufig von einer Hormontherapie. Zu Beginn sollte allerdings immer eine Risiko-Nutzen-Abwägung erfolgen


 

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